Reisen
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Sehnsucht.

Sehnsucht nach Rio de Janeiro und den Dois Irmaos

Ich habe versucht, dich zu vergessen. So sehr. Ich habe andere umarmt, genossen, ja sogar bewundert. Für dieses oder jenes, das eine oder andere. Ich habe mich fallen lassen in fremde Gemütlichkeit. Es war ja so einfach, es tat gar nicht weh, so zu tun als ob.

Mit der Zeit stumpfte ich ab, gewöhnte mich an das Nicht-Du, an deine Abwesenheit und unser Getrenntsein. Die Sehnsucht nach dir war betäubt von Alltag, eingelullt in Geschäftigkeit, bedeckt mit Bequemlichkeit. Hatte ich nicht alles, was ich brauchte? Das Gefühl, irgendwo Zuhause zu sein, mein Gleichgewicht, Stabilität, einen Rhythmus?

Aber der Rhythmus war nie deiner.

Wenn ich die Augen schloss, konnte ich ihn fühlen. Deinen Beat. Der sich stetig verändert und doch immer deiner bleibt. Ich würde ihn überall, jederzeit erkennen. Er hat sich in meine Seele gepflanzt. Auch in meinen Träumen pulsierte er, wenn ich schutzlos war und die Lüge schlief. Er weckte die Sehnsucht in meinem Herzen. Wenn ich aufwachte, schlug es in deinem Takt und meine Augen brannten.

Oh, ich konnte dich nie vergessen. Deine Schönheit, deine Hitze, deine Leidenschaft hatten mich für alles andere verdorben. Die Art, wie du mein Innerstes entzündet und verändert hast. Ich liebe alles an dir, auch deine hässlichen Seiten, deine Schwächen. Ja, du bist ungerecht, gemein, gefährlich. Und du bist anstrengend. Aber alle guten Dinge sind anstrengend, weil sie leidenschaftlich sind. Ich gebe zu: Ich hatte sogar Angst vor dir. Angst vor dem, was du mit mir, aus mir machen könntest. Weil meine Liebe zu dir vom ersten Moment an so groß und ich durch sie so verwundbar war. Diese Frage, ob ich heil davon käme oder in Teilen zerstört.

Doch jetzt ist sie nicht mehr wichtig. Ich habe der Sehnsucht nachgegeben. Ich habe mein gewöhnliches, ungefährliches, leidenschaftsarmes Leben beiseite geschoben, den Panzer aus Alltag, Stabilität und Sicherheit zerbrochen und bin zu dir zurückgekehrt.

Ich weiß, dass es richtig ist. Auch, wenn es nicht für immer sein kann. Auch, wenn du mich noch weiter unbrauchbar machst für alles andere. Ich genieße jede Sekunde mit dir. Verschling mich, es kümmert mich nicht. Ich werde immer wieder zu dir kommen. Mit dir fühle ich mich lebendig. Du machst mich glücklich. Du bringst meine Seele zum leuchten. Mir egal, ob sie dabei verglüht.

Ich liebe dich, Rio.

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4 Kommentare

  1. Schön, dass Du Dich mal wieder auf Deinem Blog gemeldet hast und dann auch noch mit einem so leidenschaftlichen Text! Da ich Deine Weltreise verfolgt habe, war ich mir von Anfang an ziemlich sicher, dass es sich bei dieser Liebeserklärung um Rio handeln müsse.

    Wie man liest, geht es Dir gut. Ich hoffe, das tolle Gefühl lässt sich höchstens mal abschwächen, aber nie zerstören. Ich finde es super, dass Du machst, was Dein Herz Dir sagt.

    Alles Gute,
    Corinna

  2. Anna Schmitz sagt

    Ich kann mich Corinna nur anschließen! Schön, dass du dich wieder meldest.
    Deine Texte sind so wundervoll! Ich habe sie alle verschlungen. Einfach beeindruckend wie du mit Worten umgehen kannst, das sie einen so fesseln und man sich wünscht der Text hätte kein Ende.
    Ich freu mich, wenn du uns öfters an deiner Lebensreise teilhaben lässt.
    Und ich finde es auch super, so kitschig es klingen mag, dass du deinem Herzen folgst.

    Unbekannterweise alles Liebe,
    Anna

  3. Du bist bei Deinem Herzblatt. Das freut mich überaus! Und das ist mehr als RICHTIG!

    Minha querida, estou com muito feliz (e saudade demais) sobre as coisas que você escreveu. O Brasil é um país maravilhoso. A gente lá são tão aberto e afetuoso. A vida é muito mais agradável, muito mais gostoso que aqui. Imperdível na vida nossa, ne?!
    Eu desejo mais uma boa experiência para você. Tudo de bom!
    Se você quiser, vamos falar depois. Ou fora do Blog.
    😉

    Ich freue mich auf Deine nächste Nachricht.

  4. Ulla Ahrens sagt

    Tenha cuidado, menina. Tudo de bom pra voce ! O Rio nunca era tao seguro quanto hoje em dia. Faz 20 anos ninguem entrou numa favela, nem eu.
    Voce, com o seu bloque de viajem, no ano passado me salvou a vida com o seu ser, pois tenho a mesma doenca. Neste ano vou pro Brasil se deus quiser.
    Ich danke Dir herzlichst für Deinen Blog und freue mich auf einen neuen Beitrag. Herzlichst Ulrike

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