Kleinkram
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Darum ist das Leben schön.

Kekse

Machen wir uns nichts vor: Das Leben ist eine miese Bitch. Sie wirft mit Schlamm und Scheiße und sobald wir ihr den Rücken zudrehen, tritt sie uns ins Kreuz und lacht gehässig. Das Wetter ist schlecht, die To-Do-Liste länger als ein Walpenis, das Konto leer.

Es gibt Krankheiten, die deine Lieben quälen – oder dich selbst. Es gibt Liebeskummer und nie genug Kekse. Es gibt Umweltverschmutzung. Fracking. Pelzindustrie. Und böse Menschen!

Islamisten, Kapitalisten, Populisten, Extremisten, Terroristen und eine ganze Schar anderer -isten, die nichts anderes im Sinn hat, als die Welt noch schlechter zu  machen. Es gibt Kinderarbeit, Kriege und globale Überwachung und Ebola und Aids und Krebs und… ich höre ja schon auf.

Aber es gibt trotz und inmitten aller Krisen und Katastrophen Dinge, die wie Instant-Glück aus der Dose wirken. Jedenfalls auf mich. Die kurz Halt geben und dafür sorgen, dass ich nicht jedes Mal heulend zusammenbreche und mich katatonisch vor- und zurückwiege, wenn ich Nachrichten lese oder überhaupt die Augen aufmache.

Warum euch das interessieren sollte? Keine Ahnung. Vielleicht findet ihr ja das eine oder andere, das dafür sorgt, dass ihr der Rentnerin an der Supermarktkasse nicht euren Wagen in die Hacken schiebt oder euren Praktikanten anschreit. Und das wäre ja schon mal was. Außerdem läuft da grad so ein ähnliches Meme auf Instagram. Also.

Was ich liebe:

  • Im Bus einen Sitzplatz für mich ganz allein haben und meine Beine ausstrecken können.
  • Waffeln zum Frühstück.
  • Morgens im Sonnenschein auf dem Rad am Hamburger Dom vorbeifahren und schlafenden Karussells zuzwinkern.
  • Wenn Menschen grinsen müssen, weil mein Fahrradhelm aussieht wie eine Wassermelone.
  • Zwei kleine statt eines großen Cupcakes bestellen, weil ich so mehr als einen esse. Ha!
  • Gin.
  • Jemanden trösten und sehen, dass es ihm wirklich besser geht.
  • Auf dem Fahrrad den langen Venusberg hinuntersausen und dabei „Huiiii!“ rufen.
  • Vanillequark mit Blaubeeren. Ok, Vanillequark.
  • Aufwachen und nicht wissen, was ich an diesem Tag machen werde.
  • Tanzen.
  • Post von einer netten Person bekommen.
  • Das Prickeln auf der Haut, wenn man WEISS, dass man in diesem Augenblick eine großartige Idee hat.
  • Kaffee.
  • Blumen, die aus Mauern wachsen.
  • Sonntagabends Sushi bestellen und im Bett essen. Allein.
  • Mangosaft.
  • Wenn mein iPhone mir einen uralten, fast vergessenen Lieblingssong shuffelt.
  • Bei Regen nicht rausgehen, sondern das Bett frisch beziehen und Kekse backen. Und die dann im Bett essen.
  • Menschen beobachten.
  • Karaoke.
  • Jemandem etwas aufrichtig Nettes sagen und sehen, dass meine Worte ankommen.
  • Verliebt angeschaut werden und genauso debil zurückglotzen.
  • Am Hafen sitzen.
  • Umarmungen. Manchmal. Mit manchen.
  • Sofort ein- und die ganze Nacht durchschlafen ohne nerviges Ein-Uhr-Nachts-Pipi.
  • In einer Hängematte liegen.
  • Putzen zu Musik und dabei staubsaugerlaut singen.
  • Kaminfeuer.
  • Eine Hand, in die meine passt.
  • Reisen und ankommen und weiterreisen und ankommen und weiterreisen…
  • Wenn es den ganzen Tag regnet und genau in dem Moment aufhört, in dem ich rausgehe. Weil ich mir dann einreden kann, ich sei ein Glückskind.

To be continued.

Natürlich ist das mikrokosmisch gedacht, kitschig und naiv. Na, und? Wenn man die Welt verändern will, braucht man Kraft und Mut und muss klein anfangen. Und es kann nicht schaden, den Blick zur Abwechslung mal auf das Schöne zu richten. Das Schlechte passiert von ganz allein. Also bitte.

Falls euch noch Ergänzungen einfallen – ich freue mich darüber. 🙂

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6 Kommentare

  1. Right on. Ohne eigene Kraft keine Rettung – weder die eigene noch die der Welt. Falls man die Welt (ein bisschen) retten will. Was ein nobler Anspruch ist und auch recht begrüßenswert. Die Welt ist schlecht und das Leben nicht gerecht, aber wenn man sich immer nur die dunkle Seite anschaut, geht ja bald gar nix mehr. Gerade scheint nach einem Regentag die Sonne – jetzt kann der Tag richtig loslegen. 🙂

  2. „Mikrokosmisch“ ist super ausgedrückt, denn ich kann nicht die ganze Welt retten, aber für ein paar Lebewesen das Leben leichter machen und dafür sorgen, dass ich selbst noch gut weiterleben kann. Vorsichtige Optimisten – finde ich übrigens die besten -isten. 😉

  3. Im Wald stehen, nichts hören ausser das Blätterrauschen und ein paar Vögel, Sonnenstrahlen, die durch die Blätter auf mein Gesicht fallen…

  4. Ich hoffe immer ich kann in Bilder ähnliche Gefühle erzeugen wie Sie mit ganz einfachen Worten. Mir gehts gleich etwas besser… 😉

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