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Meine Heimat und mein Alltag. Oder auch: Alles außer Arbeit und Reisen.

Opa im Pflegeheim

Ohnmacht.

„Wenn das so weiter geht, dann gehe ich hier zugrunde“, flüstert meine Oma in den Telefonhörer. Erschöpft, den Tränen nahe. Und ich weiß nicht, wann ich mich das letzte Mal so hilflos gefühlt habe. 

Kind mit Zöpfen

Arbeiterkind.

„Find ich toll, so schön authentisch“, sagt das rothaarige Akademiker-Mädchen und legt aufmunternd lächelnd ihr Händchen auf meinen Unterarm, nachdem ich erwähnt habe, dass niemand aus meiner Familie studiert geschweige denn Abitur hat. Meine Eltern sind Angestellte, meine Großeltern Arbeiter. Und ich bin ein Arbeiterkind.

Herz

Ich werde mich erinnern, Omi.

Hab’ keine Sorge, Omi. Ich werde mich an dich erinnern, wenn deine Hände eines Tages kalt und deine Augen geschlossen sein werden. Ich werde mich an alles erinnern. An alles, was dich ausmacht. Daran, wie du als Kind stummschreiend um deine verunglückte Kusine getrauert hast; an deine Geschichten von Zuhause, von Flucht, Bomben und Hungersnot und Läusen, so vielen Läusen, überall.

Füße

Rechts oder Links?

Dieses Gespräch zwischen mir und einem älteren Bekannten hat vor rund einem Jahr im Privaten wirklich stattgefunden. Ich halte es für symptomatisch. Ich: „Gehst du wählen? Wählen ist wichtig.“ Er: „Ja, aber diesmal wähle ich die Rechten.“ Ich „Huch! Aha. Und warum das?“ Er: „Weil ich die Schnauze voll hab‘.“ „Wovon denn?“ „Na, von allem!“ „Und das heißt?“ „Ja, hier… die verarschen uns doch nur.“ „Wer sind ‚die‘?“ „Na, die Politiker natürlich.“ „Verstehe. Und womit genau verarschen sie uns?“